Reportage über NS und Islamismus

mufti+nazis
Nazis mit ihrem Freund Amin Al-Husseini beim Spazierengehen

Auf dem Blog des Vorsitzenden der JuLis Bayern bin ich auf diese Reportage vom Bayerischen Rundfunk über das Verhältnis von Nationalsozialismus und dem Antisemitismus im arabischen Raum gestoßen. Zum weiterlesen über die Zusammenhänge zwischen NS und der Entstehung des Islamismus lohnt sich Djihad und Judenhaß von Matthias Küntzel.

german Kleinigkeiten #1

Juli 2006, U-Bahn in einer deutschen Großstadt:

Enkelkind: „Oh, die Häuser sind aber schön!“
Oma: „Ja Kindchen, hier war früher das Arbeiterviertel, aber das haben DIE im Krieg alles zerstört!“
(Keine Reaktion des Enkelkindes)
Oma: „Mit Absicht!“

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Achso, alles klar: Oma, Opa und Hans-Peter keine Täter sondern Opfer.

Anekdote von der Senkung der Arbeitsmoral

Entspannen statt malochen.

von Heinrich Böll

In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick, und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick.
Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach seiner Zigarettenschachtel angelt; aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeugs, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum meßbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist – der Landessprache mächtig – durch ein Gespräch zu überbrücken versucht.

,,Sie werden heute einen guten Fang machen.“ Kopfschütteln des Fischers.

,,Aber man hat mir gesagt, daß das Wetter günstig ist.“ Kopfnicken des Fischers.

,,Sie werden also nicht ausfahren?“

Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiß liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpaßte Gelegenheit.

,,Oh, Sie fühlen sich nicht wohl ?,,

Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über. ,,Ich fühle mich großartig“, sagte er. ,,Ich habe mich nie besser gefühlt.“ Er steht auf, reckt sich, als wolle er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. ,,Ich fühle mich phantastisch.“

Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: ,,Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“

Die Antwort kommt prompt und knapp. ,,Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“

,,War der Fang gut?“

,,Er war so gut, daß ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen . . .“

Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis.

,,Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagte er, um des Fremden Seele zu erleichtern. ,,Rauchen Sie eine von meinen?“

„Ja, danke.“

Zigaretten werden in Münder gesteckt, ein fünftes Klick, der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen.

,,Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, ,,aber 15 stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen . . . stellen Sie sich das mal vor.“ Der Fischer nickt.

,,Sie würden“, fährt der Tourist fort, ,,nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“

Der Fischer schüttelt den Kopf.

,Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen – eines 25 Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden. . . .“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, ,,Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann. . .“, wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache. Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubs freude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. ,,Und dann“, sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache.

Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat. ,,Was dann?“ fragt er leise.

,,Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, ,,dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“ ,,Aber das tu ich ja schon jetzt“, sagte der Fischer, ,,ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört.“

Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

/Kopiert von der Homepage der Jungen GEW Köln. Dort findet sich unter „ArbeitArbeitArbeit“ auch eine empfehlenswerte Literaturliste zur Arbeits(ideologie)kritik.

Hans Heigert: „Deutschlands falsche Träume“

Vor längerer Zeit habe ich auf einem dörflichen Flohmarkt das Buch „Deutschlands falsche Träume (oder: Die verführte Nation)“, 1967 von Hans Heigert pupliziert, gefunden. Im ersten Moment dachte ich an Nazi-Literatur, denn das Cover war in Schwarz-Weiß-Rot gehalten, Frakturschrift und ein Grüppchen „Menschen“ mit Hakenkreuz-, Keltenkreuz-, und Reichskriegsflagge sprangen mir ins Auge. Inhaltsverzeichnis durchsehen und ein bißchen querlesen entkräftigte aber meinen vorschnellen „Verdacht“.
Nun ist es zwar schon etwas her, dass ich es gelesen habe, für eine kurze Rezension und Lektüreempfehlung sollte es aber dennoch reichen:

Hans Heigert stellt in diesem Buch dar, wie sich in Deutschland ab 1800 insbesondere in Abgrenzung zum (aufklärerischen) Frankreich, ein völkischer Nationalismus entwickelt hat. Im deutschen Liberalismus ging es nach Heigert weitestgehend nicht um die Freiheit des Individuums bzw. der Individuen sondern lediglich und fataler Weise um die Freiheit des deutschen Volkes und Vaterlandes. Er weist nach, dass das Denken in Deutschland nur marginal von Aufklärung geprägt war, hegemonial war demgegenüber die spezifische deutsche Auslegung der Romantik, welche in totalem Irrationalismus mündigte. Das bei der Konstituierung der deutschen Nation die Abgrenzung gegenüber dem als „jüdisch“ Diffamierten inhärent war übersieht Heigert jedoch beinahe völlig. So fiel das Wort „Antisemitismus“ nach meiner Erinnerung nicht häufiger als zweimal (bei einem Buch von 286 Seiten) und wenn dann nur nebenbei erwähnt.
An dieser Stelle hat „Deutschlands falsche Träume“ meines Erachtens seine schwächste Stelle, was besonders dadurch Schade wird, dass der Text an sich durchaus einen ernsthaften Angriff auf das Deutsche darstellt. Zum Ende des Buches geht Heigert dazu über zu fragen, wie es nach dem NS um Deutschland (BRD) bestellt ist. Es zeigt sich, dass Heigert sich letztendlich nicht einer ausreichenden Kritik des Deutschen verschreibt, sondern an Deutschland mit großen Hoffnungen festhält. Der letzte Teil von „Deutschlands falsche Träume“ landet also neben der fehlenden Antisemitismuswahrnehmung ebenfalls in der Kategorie „Kritik an Hans Heigert“.

„Deuschlands falsche Träume“ gibt es recht günstig antiquarisch zu bekommen, z.B. über booklooker, zvab oder amazon.

Jose Gonzales

Okay, bin eigentlich noch mit Layout, Links etc. beschäftigt, will jetzt aber doch erstmal anfangen ein bißchen was zu schreiben.
Als erstes kommt einfach mal eine musikalische Anregung:

„Stay in the shade“ von Jose Gonzales, bin auf den Kerl mal durch einen „plattebuch“ -Beitrag in der Jungle World aufmerksam geworden. Jose Gonzales ist mittlerweile auch schon länger im Werbefernsehen zu hören, wie das halt so ist. Nun gut schöne Musik und ein schönes Video.